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Informationen über die Ausbildung zur/zum staatlich anerkannte/n Erzieher/in

Schulform: 3-jährige Fachschule

Fachrichtung Sozialpädagogik 

 

1. Aufgaben und Tätigkeitsmerkmale

Aufgabe des Erziehers/der Erzieherin ist es, Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsprozesse zu gestalten.

Dies geschieht in unterschiedlichen Arbeitsfeldern (z.B. Kindergarten, Hort, Heim) in unterschiedlichen konzeptionellen Umgebungen und bezieht sich auf verschiedene Lebensphasen der Heranwachsenden. Gemäß dem aktuellen Bildungsverständnis bringt der Erzieher/die Erzieherin den ihm/ihr anvertrauten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen individuelle Wertschätzung entgegen und ermöglicht somit ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Partizipation.

2. Ziel der Fachschule

erz

Die Fachschule ist eine Einrichtung der beruflichen Bildung. Sie baut auf beruflicher Erstausbildung auf, vertieft und erweitert auf hoher wissenschaftlicher Grundlage die Fach- und Allgemeinbildung. Die modularisierte Ausbildung bereitet auf die selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit als Fachkraft in verschiedenen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern vor. Dabei werden die Fachschüler qualifiziert, inklusive pädagogische Arbeit zu leisten. Dies geschieht auf der Basis einer beruflichen Handlungskompetenz, die u.a. durch die enge Verzahnung der Lernorte Schule und Praxis entwickelt und gewährleistet wird.

Die Fachschulausbildung vermittelt Studierfähigkeit. Durch den Erwerb der Fachhochschulreife sind ein anschließendes Fachhochschulstudium sowie weitere Qualifikationsmaßnahmen möglich.

3. Zugangsvoraussetzungen

  • Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss
  • Abschluss einer mind. zweijährigen einschlägigen Berufsausbildung (Es muss eine mind. zwölfjährige schulische/berufliche Vorbildung nachgewiesen werden. Das für das Schulwesen zuständige Ministerium kann auf Vorschlag der Schule Ausnahmen von den Aufnahmevoraussetzungen genehmigen.)
  • ein erfolgreich absolvierter Eignungstest in den Bereichen Mathematik, Sozialpädagogik, Kunst, Musik und Kommunikation
  • erweitertes polizeiliches Führungszeugnis nach § 30 a BZRG 

4. Die Ausbildungsorganisation

Die Ausbildung dauert in der Vollzeitform drei Schuljahre mit folgender Struktur:

1. Ausbildungsjahr           40 Wochen

  • 33 Wochen Theorie (Kern- und Projektmodule)
  • 6 Wochen Berufspraktische Ausbildung (1 Praxismodul)

2. Ausbildungsjahr          40 Wochen

  • 27 Wochen Theorie (Kern-, Wahlpflicht- und Projektmodule)
  • 12 Wochen Berufspraktische Ausbildung (2 Praxismodule)

3. Ausbildungsjahr          40 Wochen

  • 18 Wochen Theorie (Kern-, Wahlpflicht- und Projektmodule)
  • Ende des Schulhalbjahres: schriftliche Prüfung
  • letztes Schulhalbjahr –Berufspraktikum (1 Praxismodul; praktische Prüfung, Facharbeit, Kolloquium)

Die Praxismodule sind in mindestens einer Einrichtung der Kindertagesbetreuung und in Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung entsprechend §§28 bis 35 SGB VIII zu absolvieren.

5. Prüfungen / Abschluss

Die schriftliche Abschlussprüfung findet am Ende des fünften Schulhalbjahres statt. Am Ende des dritten Ausbildungsjahres wird die praktische Prüfung in der Praxiseinrichtung abgenommen, die Präsentation und Verteidigung der Facharbeit erfolgt im Rahmen eines Kolloquiums.

Mit dem Abschlusszeugnis wird die staatliche Anerkennung erteilt. Damit ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung

„Staatlich anerkannte Erzieherin/ Staatlich anerkannter Erzieher“

zu führen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife abzulegen und somit den Zugang zur Fachhochschule zu erhalten.

6. Stundentafel

Lerngebiete/Module

Gesamtstundenzahl

davon: fachmethodischer Unterricht
Lerngebiete 480   120
Deutsch / Kommunikation 160  
Fremdsprache 120 120
Mathematik 120  
Politische Bildung 80  
     
Module 2280 800
Erziehen als wiss. fundierte Tätigkeit 150  
Grundlagen wiss. Arbeitens 70  
Entwicklungs- und Bildungsprozesse 200 40
Grundlagen in den Bildungsbereichen Bewegung, Gesundheit und Musik

160

90

Grundlagen in den Bildungsbereichen Sprache, Medien und Kunst

120

60

Grundlagen in den Bildungsbereichen Mathematik und Naturwissenschaften

80

20

Gestaltung von Beziehungen 100 40
Pädagogische Handlungskonzepte und Planungsformen 100 50
Lebenswelten und Erziehungspartnerschaften 140 20
Methodisches Handeln in den Bildungsbereichen Bewegung, Gesundheit und Musik

150

100

Methodisches Handeln in den Bildungsbereichen Sprache, Medien und Kunst

100

80

Methodisches Handeln in den Bildungsbereichen Mathematik und Naturwissenschaften

60

40

Qualitätsmanagement in sozialpädagogischen Dimensionen

80

 
Diversität und Inklusion 170 20
Erlebnispädagogik 40  
Begleitung und Gestaltung von Bildungsprozessen 130 100
Planung und Gestaltung von Bildungsprozessen 110 80
Differenzierung von Bildungsprozessen 70 60
Spezifik der Arbeit mit unter Dreijährigen oder Offenen Kinder- und Jugendarbeit oder Hilfen zur Erziehung

50

 
Differenziertes Handeln in den Bildungsbereichen Gesundheit, Bewegung und Musik oder Sprache, Medien und Kunst oder Mathematik und Naturwissenschaft oder Soziokultur, Moral und Religion

200

(optional je 2 x 100)

 
     
Berufspraktische Ausbildung 1680  

 

7. Bewerbung für eine Ausbildung

Die Bewerbungsunterlagen werden ständig entgegen genommen, jedoch spätestens bis zum 31.03. des beginnenden Ausbildungsjahres an der

SBBS für Gesundheit und Soziales

Rudolf-Breitscheid-Str. 56/58

07747 Jena

eingereicht werden. Darüber hinausgehende Bewerber werden entsprechend vorhandener Plätze berücksichtigt.

Die Bewerbungsunterlagen müssen enthalten:

  • Bewerbungsschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • beglaubigte Kopie des Schul- und Berufsabschlusses
  • 2 Lichtbilder / 1 Briefmarke á 1,45 €
  • Ärztliche Bescheinigung zur Berufstauglichkeit >>
  • Nachweis zusätzlicher Praktika, soziales Engagement (z. B. FSJ)
  • Erklärung gemäß §5Abs.3 Nr.4 der Fachschulordnung >>
  • Nach Erhalt der Zulassung bitte einreichen: 
    - erweitertes polizeiliches Führungszeugnis nach § 30

    Sofern Sie einen ausreichend frankierten und an Sie adressierten Rückumschlag beifügen, senden wir Ihnen Ihre Bewerbungsunterlagen gern zurück.

8. Kosten und Vergütung

Kopien und Skripte sind zu bezahlen. Schüler/innen, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, können die im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG) festgesetzte Beihilfe beantragen. Auskünfte dazu erteilt das für den Wohnsitz zuständige Amt für Ausbildungsförderung.

8. Unterbringung

Um die Unterbringung bemühen sich die Schüler/innen selbst. Wohnheimplätze können beantragt werden:

Internationaler Bund
Gesellschaft für Beschäftigung und Soziale Dienste mbH

Am Herrenberg 3

07745 Jena

Tel. 03641 687230

 

9. Informationen und Sprechzeiten

Weitere Auskünfte erhalten Sie zu Informationstagen in der Schule. Außerdem stehen wir Ihnen für Gespräche und Beratungen zur Verfügung. Sprechzeiten sind Montag bis Donnerstag von 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr sowie 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr.

SBBS für Gesundheit und Soziales Jena                           Tel.: 03641/35 57 - 13

Rudolf-Breitscheid-Str. 56/58                                        Fax: 03641/35 57 - 29

07747 Jena                                                                Internet: www.mefa-jena.de

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