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pflege wladimPflege wird zum Thema in Jena und Wladimir (OTZ-Artikel)

 Mefa, Klinikum und Schule in Wladimir haben gemeinsame Ideen und Probleme

Jena. Die deutsch-russische Freundschaft bekommt eine professionelle Pflege. Drei Pflege-Spezialistinnen aus Wladimir – mit der 350 000 Einwohnerstadt östlich von Moskau sind Jena locker und Erlangen fest verbandelt – besuchen in dieser Woche Jena. Eine Kooperation zwischen der Berufsfachschule für Gesundheitsfachberufe in Wladimir, der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales in Jena und dem Universitätsklinikum Jena (UKJ) soll wachsen.

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(Die drei Damen aus Wladimir: Natalia Ushakova, Julia Arsenina, Inna Morozova bei der Begrüßung in der Stadtverwaltung Jena. Foto: Thomas Beier)

„Es ist für uns sehr interessant zu sehen, wie in Jena und in Deutschland gearbeitet wird“, sagt Julia Arsenina, die stellvertretende Chefin des Gesundheitsverwaltung im Verwaltungsbezirk Wladimir. Sie wird begleitet von Inna Morozova und Natalia Ushakova, der Direktorin und der Pflegeabteilungsleiterin der medizinischen Fachschule Wladimir. Neben dem gegenseitigen Interesse an fachlichen Themen gehe es auch darum, Aktivitäten wie Studienreisen oder Forschungsprojekte vorzubereiten.

Probleme, bei deren Lösung voneinander gelernt werden könne, wurden bereits lokalisiert: Zum Beispiel beim Fachkräftemangel!

UKJ-Pflegedirektorin Arne-Veronika Boock sagt, dass die russischen Kollegen auf dem Gebiet der Robotik in Pflegeberufen möglicherweise ein Stück weiter seien. Norbert Hebestreit, der Leiter des Bereiches Pflegebildung am Uniklinikum Jena, sieht die russischen Kollegen auf dem Gebiet des Fachkräfteeinsatzes flexibler agieren.

Interessant ist aus deutscher Sicht auch dies: Bis in die heutige Zeit gibt es in Russland den Feldscher als ein Berufsbild, das zwischen Pflegekraft und Arzt angesiedelt ist. In Russland halten Feldschere selbstständig Sprechstunden ab. Ein Haupteinsatzgebiet ist die Medizinische Prophylaxe und die Medizinische Grundversorgung.

Auch Jena zeigt sich von der besten Seite: „Lehrkräfte und Schüler unserer Schule gestalten ein sehr anspruchsvolles Programm für die Gäste, um die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen zu präsentieren“, sagt Dagmar Kunze, die stellvertretende Schulleiterin der Schule für Gesundheit und Soziales in Lobeda. Als Schule mit dem Titel Europaschule sei diese Kooperation eine Erweiterung des europaorientierten Bildungsprofils und erhöhe die Attraktivität der Ausbildung.

Neben Besuchen am „U-Ka-Jott“ (so die lautschriftliche Übersetzung des Klinikumsbegriffes für die Gäste) und an der Mefa waren am Montag ein Besuch bei der Stadtverwaltung und der Eurowerkstatt angesagt. ­Jenas Oberbürgermeister, Albrecht Schröter (SPD), im Erstberuf ist er ebenfalls Pflegekraft, begrüßte das Engagement, aller Beteiligten, denn ­Zusammen- arbeit sei immer besser als Politik, die auf Embargos setze.

Was die Stadt Jena betrifft, gibt es darüber hinaus Wladimir-Connections bei der Feuerwehr und der Frauenarbeit. Und mit Sängerin Julia Mitruzaeva tritt nun sogar die russische Adele bei der freitäglichen Afterworkparty der Stadtverwaltung Jena auf. Sie kommt auch aus Wladimir.

Thomas Beier / 26.10.17